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Pfiffiger Tüftler lässt auch bei Flaute den Wind um die Ohren pfeifen...
Tüftler Peter Keller hat ein „Surf-Velo“ konstruiert: „Der Aufstieg aufs Brett ist das Schwierigste“  
  Surfen ist eine weitweit beliebte und bekannte Sportart für alle Altersstufen. Viel braucht es nicht: Ein Surfbrett, etwas Übung und einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn — ach ja, und Wind. Ohne diesen Antrieb wird das Surfbrett seinem Namen wirklich gerecht — es ist dann nur ein Brett, nicht mehr und nicht weniger, vielleicht noch geeignet, um die Badehose zu bügeln. Es gibt für einen Surfer wohl nichts Schlimmeres als Flaute und deshalb suchen Tüftler auf der ganzen Welt seit Jahren nach einer Möglichkeit, das Surfbrett zu Wasser zu lassen auch wenn der Wind gerade mal durch Abwesenheit glänzt. Peter Keller aus Dietlikon, Mitglied des Surf-Clubs Greifensee, hat vor kurzem seinen Beitrag zur weltweit wichtigsten Frage der Surfer "Wie gleite ich mit dem Brett übers Wasser wenn der Wind fehlt?" gewassert: Das Surf-Velo made by Keller und Co.  
  Kinderkrankheiten ausgemerzt
"Anfänglich," so Tüftler Peter Keller, "kämpfte das Surf-Velo noch mit gewissen Kinder­krankheiten, aber die habe ich jetzt ausgemerzt. Es fährt!" Oder schwimmt? Oder gleitet? Wie auch immer, wenn Flaute
herrscht, herrscht bei den Surfern wirklich Flaute, vor allem stimmungsmässig. So kommt Kellers Gerät gerade richtig. Mit wenigen Handgriffen wird das Velo auf ein Surfbrett mon­tiert und dann kann der Spass auf dem See losgehen - Flaute hin oder her. Das Surf-Velo ist angepasst auf ein F2-Surfbrett und wurde im April dieses Jahres erstmals gewassert. Das grösste Problem, die Kippstabi­lität, wurde zuerst durch Stabi­lisatoren verbessert. Diese sind jetzt nicht mehr notwendig, da eine 65 cm lange Finne genügend stabilisiert. Im Februar 2001 hat Peter Keller mit der Konstruktion des zweirädrigen Gefährts begonnen. Der Bau des Prototyps übrigens wurde zusammen mit Surfkollegen aus dem Surf-Club Greifensee in der Metallbaufirma "Bixa" in Egg gefertigt. Insider kennen Ronnie Bixa, den über 7Ojährigen Surfer, der noch bei jedem Föhnsturm mit seinem Brett über den Walensee blocht. Aber auch er ist machtlos, wenn der Föhnsturm ausbleibt. Dann steht auch er auf dem Brett und nimmt jedes noch so lame Lüftchen dankbar an. Und wenn weit und breit und auf Dauer nichts in Sicht ist? Dann heisst es: Velo aufs Brett schrauben und mit Muselkraft über den See blochen.
  Muskelpower gefragt
Na ja, blochen ist vielleicht das falsche Wort. Muskelpower ist gefragt und dass der Aufstieg auf das Velo, sehr viel Geschick­lichkeit und Übung erfordert, versteht sich von selbst. Peter Keller jedoch ist überzeugt, dass sein Surf-Velo irgendwann seinen Siegeszug auf dem Was­ser antreten wird. "Entschei­dend ist, wie schnell letztendlich mit so einem Ding gefahren werden kann. Optimierungen bei den Antriebs-Schaufein sind notwendig, denn hier lie­gen noch Reserven drin. Die Wasserverdrängungs-Eigen­schaften des Prototyps zeigen gute Resultate, was eigentlich ein flottes Vorwärtskommen ermöglichen sollte." Schnell oder weniger schnell, nach der fünften Probefahrt ist nun die Seetüchtigkeit von Kellers Surf-Velo soweit fortgeschritten, dass eine See­überquerung das nächste Ziel darstellt. Na dann, hinein in die Pedale...   (nn)