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Abendteuer – COSTA RICA – Zentralamerika

Es ist wiedermal Winterzeit.....! Wo, gehen wir dieses mal hin ? !
Nach 2x Jericoacoara, El Yaque, Sal Cap Verden, Caparete usw.
ist einfach wieder mal etwas neues angesagt, also stöberte ich im Internet nach etwas Neuem
und ich las von einem See in Costa Rica der im Winter mega Wind haben soll
Es hat dort eine Atlantik UND eine Pazifikküste, also ist surfen eigentlich Garantiert.
Da wir auch gerne Abenteuerreisen machen, so durch Urwald, durch Mangroven und an
Küsten entlang mit den Board’s auf dem Autodach, war dies genau das richtige für uns!
Rolf musste ich nicht groß überzeugen dass dies auch wieder eine tolle Reise werden kann, mit Surfen, Wildnis und jede Menge Ungewissheit.
Dabei kam auf’s Neue die Frage wieder auf, wie wollen wir Reisen...! ? ...
Natürlich Walti Live...nur nicht Konservativ....oder zum Vornherein alles genau Geplant !
Deshalb wie gewohnt, nur Flug, eine Nacht Hotel buchen und danach sehen wir weiter,
mieten uns einen 4x4 und trampen durch Costa Rica, suchen den Wind an der Küsten entlang
und sollte es keinen haben, dann wäre da ja noch der See wo’s viel Wind haben soll.
Rolf, mittlerweile auf den Geschmack gekommen auf diese Art zu reisen, meinte,
lass uns abhauen, warum sind wir noch da ? !

Costa Rica liegt 8 bis 11 Grad nördlich des Äquators ­ und fällt in den Bereich der tropischen Klimazonen. Grundsätzlich kann Costa Rica also ganzjährig bereist werden, da die Temperaturen das ganze Jahr über warm sind! Es soll nur zwei Jahreszeiten haben, die sogenannte Regenzeit, bzw. der „Winter“, von ca. Juni bis Dezember (18-30°C) und die Trockenzeit, bzw. der „Sommer“, von ca. Januar bis Mai (25-40°C), also genau das Richtige für 2 Typen die den Winter nicht allzu gerne haben !

Ich habe gelesen, der bester Wind sei zwischen Jan. und April. und dies sehr deftig, also entschieden wir uns, zusammen nur gerade mal 5 Segel mit zu nehmen, ein 3,5er / 4er / 4,5 / 5.1 und ein 5,7er und NOCH weniger Klamotten als sonst. Die letzten Reisen zeigten einfach, mit der Hälfte geht’s auch. Da Rolf so oder so immer einen ½ bis 1m2 kleineres Segel fährt als ich, würde dies schon reichen wenn wir uns die Segel teilen.

Nun denn, 3 Tage vor Abflug Tickets für den 1.1.09 kaufen (Neujahrstag) und gleich am Silvesterabend das Gepäck nach Kloten bringen um gleich das 1. mal Schockiert zu werden,
für die Surfausrüstung wollten sie als Zusatzgepäck tatsächlich volle Fr 1400.- für hin und zurück, (sonst waren die Preise immer so um die Fr. 200- ). Weil die Iberia so teuer war, bezahlten wir nur mal den Einweg Preis 700.-. (War ein guter Entscheidung, da die Rückbuchung in Costa Rica nur Fr. 400.- war ) was soll’s, wir hatten die Tickets,es war kalt in der CH und wir wollten an die Wärme!

Kaum geschlafen in der Nacht, standen wir am 1.1.09 um 6h am Flughafen und flogen via Madrid nach San José Costa Rica, dort angekommen kam der 2te Schock, die Segeltasche wurde in Madrid nicht weiter befördert, wir mussten einen weiteren Tag in San José, bzw. in Alajuela (17Km nordwestlich von San José ) darauf warten bis wir unsere Segel bekamen.
Nachdem wir den 4x4 hatten, nutzten wir die Gelegenheit und machten einen auf Tourist,
fuhren zu einem Vulkan der als Attraktion angepriesen wurde. Nur die Attraktion lag darin, dass man oben über einen Km laufen musste um für 20 US$ dichten Nebel am Kraterabhang an zu schauen, mit anderen Worten, man sah überhabt nichts !
OK, am 2ten Tag bekamen wir die Segel, so dass wir los fahren konnten.
Wir entschieden uns erst mal über all die Berge im Landesinnern zu Fahren Richtung Süden,
„ wow......“, da gab es einige 3000der, zwischendurch hatte man das Gefühl,
man sei irgend wo im Berneroberland.

Es hatte Bauernhöfe (einige davon waren von ausgewanderten Schweizer) wo schwarz-weisse Kühe weideten, Schafe fehlten auch nicht, man staune, es hatte sogar einige Forellenzuchten.

Costa Rica ist im Vergleich zum Rest von Mittel- und Südamerikas ein verhältnismäßig teures Reiseland. Die offizielle Währung und das gängige Zahlungsmittel ist der Colón, mit Dollar kann man aber auch überall bezahlen. Der Kurs orientiert sich am Dollar und kann recht stark variieren (1 US$ = 540 Colones im Jan. 09).
Die Unterkunft in Hotels variiert von 30 US$ bis 200 US$ je nach Hotel oder Cabinas,
es wird nicht nach Personenzahl bezahlt oder gerechnet, sondern nach Zimmer.
Das Land ist in etwa so Groß wie die Schweiz und hat ca. 3,5 Mill. Einwohner.
Es hatte Asphaltierte Strassen, aller Dings muss man förmlich schleichen auf diesen Strassen, Tempi von 25Kmh, 60kmh und Selten mal mit 80kmh waren erlaubt und dies wird mit Radar von der Polizei sehr genau kontrolliert (eine Banknote lässt den Polizist aber versöhnen)!
Sehr häufig kommen aber auch viele Naturstrassen vor, wo man immer wieder mit Riesen Löcher mitten in der Strasse überrascht wird, mal hat es Kühe darauf oder Hunde, oder aus dem Nichts wird die Strasse enger wegen einer Brücke usw.
Nebel und Sonnenschein können innerhalb von ein paar 100 Meter vorkommen, durch Bäche oder
20% Steigungen wechselt sich die Fahrt dauernd ab.
Nach einigen 3000der Überquerungen, Berg und Talfahrt, durch Urwald und Sommerlichen Temperaturen kamen wir am Abend im Süden an der Pazifikküste in Dominical an und fanden gleich eine hübsche Cabina für 80 US$ das Doppelzimmer.

Trotz schöner Bucht, fuhren wir am nächsten Morgen wieder los, weil.., es war kein Wind in sicht..!
Wir fuhren ein paar Tage Nordwärts an der Pazifikküste entlang bis Puntarena und überall war es Windstill. Puntarena ist eine kleine Hafenstadt in der wir mit der Fähre übersetzen wollten.

Diese Fähre war ja ein Ding, pulsierend mit vielen Leuten PW’s, Lastwagen, es hatte einfach Alles,
aber das Größte war.., wie der Kahn aussah, es war ein schwimmender Rosthaufen, den sie wohl mal von den Deutschen vor dem letzten Weltkrieg hinüber geschippert haben .

OK, wir kamen auf der anderen Seite heil an und Fuhren wieder mal über einen Berg
an die Küste wo wir auch gleich wieder dem Wind nach fuhren.
Aber wo wir auch schauten und fragten, WIND......?...! , nein den gibt es hier nicht, nur am Arenalsee oben gäbe es Wind.

Nach bald einer Wochen Fahrt durch Costa Rica und nirgends Wind, gaben wir es auf und
sagten uns, fahren wir halt zu diesem Arenal Bergsee auf 1000m Meereshöhe um zu Surfen.
Von Hermosa aus, im Norden der Pazifikküste, fuhren wir dann wieder Landeinwerts
und kamen über Liberia fahrend da oben am Arenalsee an.
T’ja und es blies tatsächlich ein steifer Wind über den See der in einem Talkessel lag.
Der Arenalsee ist in etwa so groß wie der Zürichsee und ist auch so eingebetet wie er, es hat links und rechts lauter Hügel aber im Gegensatz zur CH, hat es fast keine Häuser oder Dörfer dort.
Also los und ein Hotel suchen, aber au weija, da gab’s gar keine am See, alle Unterkünften oder Hotels wurde mindestens 1 bis 2 Km davon zurückversetzt gebaut, na ja, zum Glück hatten wir ja den 4x4.
Nach kurzer Zeit fanden wir auch eine gute Bleibe und Quartierten uns dort auch gleich ein.

Am nächsten Morgen gingen wir auf Besichtigungstour, um zu sehen wo und wie hier gesurft wird.
Unten am Surfspot angekommen, der Ganz im Norden vom See ist, weil es nur dort Wind hat
(es Ähnelt etwas dem Urnerföhn), sahen wir ein Waschbrett mit 7 Bf. vor uns.
Wir waren ein wenig Enttäuscht über den Spot. kabliges Wasser mit Böhen, keine Strandbar und das ganze eigentlich sehr Primitiv aufgebaut, es hatte wohl 2 Surfstationen, der eine mit nur altem Material und der andere hatte zwar gutes Material, aber wo sind die Surfer geblieben, gerade mal 5 bis 8 Surfer waren dort und 2 bis 3 Kiter.

Nach der ersten Besichtigung hatten wir einfach kein Bock das Surfzeug auszupacken obschon der Wind mit 7 Bf. blies und der See nicht kalt war mit ca. 21C , die Luft und der Wind waren auch Warm mit 26C , erstaunlich bei 1000m ü.M. , nur....., die Sonne und die Wolken lösten sich innert Minuten frist ab, es hatte einen grauer Schleier über dem See wo man das Gefühl bekam, gleich fängt es an zu regnen. Nach einigen Überwindungen packte ich das Brett später doch noch aus und montierte ein 4,5er, aber ich kam nicht klar mit den Kabelwellen, erst im 2ten Anlauf fuhr ich dann ein paar Törns.

Durch Diskussionen über das Surfen in Costa Rica, erfuhren wir dass es einen Spot gäbe an der Playa Salinas ganz oben an der Pazifikküste nahe der Nicaraguanischen Grenze, wo der Wind auch so blasen würde wie hier. Ungläubig hörten wir zu und konnten es nicht glauben, da wir ja endlos an der Küsste entlang gefahren sind und nirgends den kleinsten Fetzten Wind fanden.
Nun denn, da es hier für uns nicht gerade das gelbe vom Ei war und wir ein wenig Enttäuscht waren vom Spot, entschieden wir uns nach 2 ½ Tage diesen zu Verlassen um an die Nicaragua Grenze zu Fahren. Sollte es dort kein Wind haben, dann hätten wir wenigstens eine Bucht, Sand und Sonne und von denen hat es in Costa Rica an der Pazifikküste entlang ja sehr viele.
Nach 3 Stunden Fahrt kamen wir in La Cruz an, ein kleines Dorf mit ca. 2000 Einwohner,
es war ein typisches ärmliches Latino Dorf. Da wir zu diesem Ort immer im Landesinnern gefahren sind, sahen wir nie das Meer, auch als wir durch das Dorf fuhren sahen wir es noch nicht. Doch wie wir dann Dorfausgang fuhren, dort auf eine kleine Anhöhe kamen, sahen wir es und es Verschlug uns fast den Atem. Wir kamen nicht mehr vom Staunen heraus, zu unseren Füssen ca. 200m tiefer lag eine Traumhafte Bucht und der Wind pfiff uns nur so um die Ohren.

Da runter wollten wir..., also los und Hotel suchen, Schnell fanden wir auch eins nach ca. 30Km fahrt über Naturstrasse mit vielen Löchern, Steinen und einigen Tiere auf der Piste.Es befand sich dort wo der Pfeil auf dem Bild ist, das Hotel war 50m vom Strand entfernt, sehr untypisch für Costa Rica, es hatte Rasen und Pool...., einfach Alles, mit allem drum und dran.
Wir handelte einen supi Preis aus für das Apartment mit 2 Zimmern, Küche, Bad/WC
und es hatte sogar einen TV mit Deutschem Sender.
Draußen blies der Wind mit etwa 7 Bf. bei ca. 35C im Schatten, es hatte Sonne pur
und wir waren Happy, hatten wir doch noch 2 Wochen vor uns um dies hier zu genießen.

Der Wind blies die ganze Nacht durch und am Morgen war er immer noch da, gleich stark wie am Vortag. Überhabt hat er die ganzen 2 Wochen nie aufgehört zu blasen, Tag und Nacht, immer blies es mit über 6 Bf. Wie zum Kuckuck ist dies möglich, keine 5 Km in der Nachbar Bucht war kein Hauch mehr zu spüren, so wie wir es uns gewohnt waren bei der Fahrt an der Pazifikküste entlang. Die Erklärung lag darin weil die Bergkette der Cordilleren und den Vulkanen darauf, mitten durch Costa Rica läuft und sie genau bei La Cruz den Rank auf’s Meer hinaus machen. Der Wind wird durch die Wärme der Vulkane erzeugt (ähnlich dem Urnerföhn), er beschleunigt sich entlang der Bergkette und kommt genau bei der Playa Salina mit Volldampf aufs offene Meer hinaus.
Dies nützten wir natürlich aus, mit 3.5 bis 5m2 Segeln, der Wind kam Onshore.
Der Stehbereich war bis 200m hinaus und die Wellen nicht all zu hoch, so zwischen 0.5 bis 2m

In den letzten 2 Tage gab der Wind sogar nochmals Vollgas, Nacht’s und am Tag immer so zwischen 8 und 9 Bf. so dass ich beim Surfen nur noch mit dem 3.5m2 Segel raus konnte, natürlich habe ich dabei auch glatt meine Karbongabel auseinander gerissen.
Für Rolf war dies eindeutig zu viel und nebenbei, ein 2.5m2 Segel gab es nicht, er hatte aber kein Problem damit, ein Schluck mehr Rum aus der Budel und ab an den Pool wo er unter einer Palme im Schatten lag, he ja, es hatte trotz Wind 35C. oder er kam manchmal an den Strand und spielte den Kameramann, oder bewunderte Marc den Holländer bei seinen Loopings oder Sprüngen. Marc war derjenige der dort eine Surfstation aufbaute und selber mit vollem Herzen Surfer war. Er war vor 6 Jahren nach Costa Rica ausgewandert und heiratete eine Costaricanerin in La Cruz.

T’ja, aber wie so oft alles geht mal zu ende, nach 3 ½ Wochen in Costa Rica mussten wir die Heimreise an gehen. Von La Cruz nach San José mit dem 4x4 eine 6 Std. Fahrt. Dort einmal übernachten damit wir dann am nächsten Tag die 11 Std. mit dem Flieger bis nach Madrid genießen durften und dazu natürlich die 5 Std. Wartezeit in Madrid nicht zu vergessen
um nach 1 ½ Std. in Zürich zu landen. Im Grossen und ganzen aber sind wir beide zufrieden mit der Wahl unsere Surfreise in diesem Winter, wenn doch nur nicht immer das lange fliegen und warten wäre.
Ich glaube die nächste Reise im nächsten Winter, werden wir wieder auf 1 ½ Monate ausdehnen, damit sich die lange Fliegerei auch lohnt, oder wir gehen vielleicht mal nach Afrika !

Gruss und hang loos Walti